Warum wir jetzt in unsere Leitungen investieren (müssen)

In den letzten Tagen haben viele von euch Post bezüglich der Verbesserungsbeiträge erhalten. Dass Rechnungen in dieser Höhe keine Begeisterungsstürme auslösen, ist uns im Gemeinderat völlig klar. Aber als verantwortungsvolle Gemeinde müssen wir den Tatsachen ins Auge blicken: Unsere Infrastruktur unter der Erde ist in die Jahre gekommen.

Hier erfahrt ihr klipp und klar, warum diese Beiträge erhoben werden, wo das Geld hinfließt und warum das der fairste Weg für uns alle ist.

1. Die Ausgangslage: Grauguss statt Hightech

Ein Großteil unserer Wasserleitungen – besonders in Ottenhofen und älteren Bereichen wie der Kirchstraße – stammt noch aus der Nachkriegszeit. Damals wurde oft Grauguss verbaut. Das Problem: Dieses Material korrodiert und wird brüchig.

Die Quittung dafür haben wir bereits erhalten: In den letzten Jahren kam es in diesen Bereichen fast schon regelmäßig zu Rohrbrüchen. Jedes Mal bedeutete das:

  • Hohe Reparaturkosten: Notfalleinsätze und Tiefbauarbeiten am Wochenende oder nachts sind extrem teuer.
  • Verschwendete Ressourcen: Tausende Liter teuer eingekauftes Trinkwasser sind einfach im Boden versickert, bevor der Schaden überhaupt entdeckt wurde.

Nichts zu tun, ist also keine Option. Würden wir weiter nur „Flicken“, würden wir das Geld der Bürger für Notfallreparaturen verbrennen, ohne den Zustand des Netzes langfristig zu verbessern. Wir reparieren das Dach lieber jetzt grundlegend, bevor der nächste Rohrbruch kommt.

2. Was genau wird gemacht?

Wir ziehen jetzt systematisch nach, was die Fernwasserversorgung Franken (FWF) bereits vorgemacht hat:

  • Großprojekt Ottenhofen: Hier erneuern wir das Trinkwassernetz grundlegend. Allein 2026 investieren wir im ersten Bauabschnitt rund 1 Million Euro. Das Gesamtprojekt ist mit über 2,3 Millionen Euro kalkuliert.
  • Kirchstraße & Roßmühlweg: Hier kombinieren wir die ohnehin fällige Straßensanierung mit der Erneuerung der Leitungen. Das ist effizient: Wir reißen die Straße nur einmal auf und sparen so massiv Kosten.

3. Warum eine gesonderte Rechnung und nicht einfach über den Wasserpreis?

Das ist die Kernfrage der Gerechtigkeit. Warum nutzen wir die Verbesserungssatzung?

Werterhalt: Der Beitrag ist eine Investition in den Wert eures Grundstücks. Die monatliche Gebühr deckt lediglich den Betrieb (Strom, Wartung, Einkauf).

Verteilung der Last: Würden wir alles über die laufenden Gebühren finanzieren, müssten junge Familien mit hohem Wasserverbrauch die Millionen-Investitionen fast alleine schultern. Durch die Satzung werden aber alle beteiligt, die vom Wert des Leitungsnetzes profitieren.

Jeder zahlt mit: Auch unbewohnte Gebäude, bebaubare Grundstücke (Baulücken) und Großobjekte wie die Kaserne in der Munasiedlung werden zur Kasse gebeten. Aus Sicht des Gemeinderats ist das der fairste Weg, da so die Last auf viel mehr Schultern verteilt wird und nicht nur an den tatsächlichen Wasser-Verbrauchern hängen bleibt.

4. Wo landet euer Geld?

Zu 100 % in den „Steinen und Rohren“ vor eurer Haustür.

  • Keine Haushaltslöcher: Das Geld darf rechtlich gar nicht für andere Dinge (wie Verwaltung oder Personal) genutzt werden. Die Einnahmen aus den Beiträgen stehen im Haushaltsplan direkt den Ausgaben für die Baumaßnahmen gegenüber.
  • Die Gemeinde zahlt mit: Wir nehmen uns nicht aus! Auch für das Feuerwehrhaus, den Bauhof oder das „Rote Ross“ zahlt die Gemeinde Marktbergel als Eigentümerin ganz regulär Beiträge in den Topf ein.

Fazit: Eine Investition in die Zukunft

Seien wir ehrlich: Diese Zahlungen tun im ersten Moment weh. Aber sie sind notwendig, um teure Überraschungen in der Zukunft zu vermeiden und die Versorgungssicherheit in Marktbergel und seinen Gemeindeteilen zu garantieren.

Hinweis zur Zahlung: Bitte denkt daran, dass diese Beträge nicht automatisch per Lastschrift eingezogen werden. Wer den Betrag auf einmal zahlen möchte, kann dies tun; ansonsten gelten die im Bescheid genannten Raten. Bei finanziellen Engpässen sprecht bitte frühzeitig mit der Verwaltung über das Thema Stundung.

Hier findet Ihr auch eine aufbereitete Zusammenfassung der vorgestellten Fakten:

Unsere Wasserversorgung – Transparent. Fair. Zukunftssicher

Euer Gemeinderat Marktbergel

Post Tags :

Bürgerinfo, Ermetzhof, Marktbergel, Muna-Siedlung, Ottenhofen